Die Zwickauer Regionalbahn

Nachdem es in Zwickau schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Straßenbahnbetrieb gab, ging man im Jahre 1998 an die praktische Realisierung eines ungewöhnlichen, aber interessanten Projektes: Den Bau einer Regionalbahnlinie, die ja auf der Regelspurweite der Deutschen Bahn fährt, direkt vom Hauptbahnhof Zwickau bis ins Stadtzentrum kurz vor den Hauptmarkt.

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Baustelle Äußere Schneeberger Straße 1999

Dazu wurde ein altes Industriegleis wieder rekonstruiert und in seinem Verlauf entsprechend verlängert. Interessant dabei ist die Tatsache, daß auf einigen Kilometern die Regionalbahn (Spurweite 1.435 mm) und die Straßenbahn (Spurweite 1.000 mm) gemeinsam auf einem Dreischienengleis verkehren. Das
bedeutet, daß die Regionalbahnen nach den Regeln der Signal- und Sicherungstechnik der Straßenbahn fahren und mit Blinker, Rückspiegel und Bremsleuchten ausgerüstet sind.

Einfache Skizze des Dreischienengleises

||__|_________||   für die Regionalbahn                                  
                    

|__||_________||   für die Straßenbahn
   

Doch wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten: Für zwei unterschiedliche Spurweiten in einem Spezialgleis sind natürlich auch Spezialweichen erforderlich. Diese machen noch zu oft Ärger: Es kommt nicht selten vor, daß der jeweilige Triebfahrzeugführer aussteigen muß und die Weiche, die eigentlich per Funksignal vom Führerstand aus gestellt wird, manuell umstellen muß. Hier zeigt sich einmal mehr,daß Theorie und Praxis eben zwei unterschiedliche Dinge sind.
Dann wird sich natürlich auch noch herausstellen müssen, ob sich der immense Bauaufwand und die damit verbundenen hohen Kosten gelohnt haben und diese an sich interessante verkehrstechnische Lösung auch von den Leuten angenommen wird.

©Donald Fehlau

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Regiosprinter aus der Äußeren Schneeberger Str. kommend

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